KI sicher nutzen
Wie Du ChatGPT, Copilot und Co. im Arbeitsalltag einsetzt, ohne Daten zu verlieren, auf erfundene Fakten hereinzufallen oder Betrügern in die Hände zu spielen. Mit echten Fällen, Übungen im Browser und einem Quiz am Ende.

Worum geht's?
KI-Assistenten schreiben Mails, fassen Dokumente zusammen und beantworten Fragen in Sekunden. Genau deshalb landen in ihnen Dinge, die dort nichts zu suchen haben: Kundendaten, Quellcode, Protokolle vertraulicher Sitzungen. Und dieselbe Technik nutzen Betrüger, um Stimmen und Gesichter von Vorgesetzten nachzubilden.
Dieser Kurs erklärt ohne Technik-Vorwissen, wie KI-Assistenten arbeiten, welche Daten Du eingeben darfst, was in echten Unternehmen schiefgegangen ist und mit welchen einfachen Regeln Du Dich schützt.
Du brauchst nur diesen Browser. Dein Fortschritt wird lokal auf Deinem Gerät gespeichert, nichts wird übertragen.
? Für wen ist der Kurs?
👤 Das Beispiel, das Dich begleitet
🗺️ Die 8 Stufen
Wie KI-Assistenten arbeiten
Ein Sprachmodell weiß nichts im eigentlichen Sinn. Es setzt Wörter so fort, wie sie wahrscheinlich weitergehen. Wer das verstanden hat, erkennt die meisten Fehler von selbst.

1 Wahrscheinlich statt wahr
Ein KI-Assistent wie ChatGPT, Copilot, Gemini oder Claude beruht auf einem Sprachmodell. Es wurde mit riesigen Textmengen trainiert und hat gelernt, welches Wort auf welches folgt. Wenn Du eine Frage stellst, baut es Wort für Wort eine Antwort, die gut zur Frage passt.
2 Halluzinationen: erfunden, aber überzeugend
Erfindet ein Modell Fakten, heißt das Halluzination. Das ist kein seltener Defekt. Es folgt direkt aus der Arbeitsweise: Das Modell hat kein eingebautes Signal für „das weiß ich nicht“ und formuliert eine erfundene Quelle genauso sicher wie eine echte.
3 Websuche und Dokumente helfen, aber nicht ganz
Viele Assistenten können im Web suchen oder in Deinen Dateien nachlesen. Dann nennen sie Fundstellen. Das senkt die Fehlerquote, beseitigt sie aber nicht: Das Modell kann eine Quelle falsch zusammenfassen oder eine Aussage einer Quelle zuordnen, in der sie gar nicht steht.
- Link öffnen. Existiert die Seite oder das Dokument überhaupt?
- Stelle suchen. Steht die Aussage dort wirklich, und in diesem Sinn?
- Stand prüfen. Ist die Quelle aktuell genug für Deine Frage?
4 Übung: Lena prüft eine Antwort
Ausgangslage: Ein Kunde verlangt Schadenersatz für eine verspätete Lieferung. Lena fragt den KI-Assistenten, ob Nordwerk haften muss. Die Antwort:
✓ Geschafft, wenn Du …
Was nicht in den Chat gehört
Alles, was Du eintippst oder hochlädst, verlässt Deinen Rechner. Mit einem einfachen Ampel-Schema entscheidest Du vorher, was rein darf.

1 Das Ampel-Schema
Es gilt, solange Dein Unternehmen nichts Strengeres festgelegt hat. Die Einteilung hängt auch vom Werkzeug ab: Ein freigegebenes Firmenkonto mit Vertrag erlaubt mehr als ein privates Gratiskonto (Stufe 3).
- Öffentliche Informationen (Website, Pressetexte, Produktblätter)
- Eigene Entwürfe ohne Personen- oder Geschäftsdetails
- Allgemeine Fragen („Wie gliedere ich ein Protokoll?“)
- Sauber anonymisierte Texte
- Interne, aber nicht vertrauliche Dokumente
- Kundenanfragen mit Namen und Kontaktdaten
- Angebote, Preise, Projektpläne
- Passwörter, Zugangsdaten, API-Schlüssel
- Gesundheitsdaten, Gehälter, Personalakten, Bewerbungen ohne Freigabe
- Geschäftsgeheimnisse: Quellcode, Rezepturen, Baupläne, Verhandlungspositionen
- Alles, wofür Ihr eine Verschwiegenheit unterschrieben habt
2 Übung: Sortiere Lenas Aufgaben
Deine Handlung: Ordne jede Eingabe einer Farbe zu. Annahme: Nordwerk hat noch kein freigegebenes Firmenkonto, Lena nutzt einen öffentlichen Gratis-Assistenten. Erwartetes Ergebnis: Nach „Auflösen“ siehst Du für jede Zeile, ob Du richtig lagst, und warum.
3 Übung: Eine Mail anonymisieren
Ausgangslage: Lena will diese Reklamation mit KI beantworten, im Gratiskonto. Deine Handlung: Ersetze im Feld alle Angaben, die eine Person erkennbar machen, durch Platzhalter wie [NAME], [TELEFON]. Erwartetes Ergebnis: „Prüfen“ zeigt, welche Angaben noch drinstehen.
✓ Geschafft, wenn Du …
Wo Deine Eingaben landen
Derselbe Assistent kann mit Deinen Daten sehr unterschiedlich umgehen, je nachdem, mit welchem Konto Du angemeldet bist.

1 Der Weg einer Eingabe
- Übertragung: Dein Text und Deine Dateien gehen an die Server des Anbieters, oft in den USA.
- Verarbeitung: Das Modell erzeugt die Antwort. Dafür muss es den Inhalt im Klartext sehen.
- Speicherung: Der Chatverlauf wird gespeichert, damit Du ihn wiederfindest. Wie lange, legt der Anbieter fest.
- Training (je nach Konto): Bei vielen Gratis- und Privatkonten dürfen Eingaben genutzt werden, um künftige Modelle zu verbessern. Stichproben können dabei auch von Menschen gelesen werden.
2 Privatkonto oder Firmenkonto
| Frage | Privat- / Gratiskonto | Business- / Enterprise-Konto |
|---|---|---|
| Training mit Deinen Daten | oft voreingestellt an, meist abschaltbar | laut Anbieter standardmäßig aus |
| Vertrag nach DSGVO (AVV) | nein | ja, wird mit dem Unternehmen geschlossen |
| Wer verwaltet Zugänge | Du allein | die IT, inkl. Sperren beim Austritt |
| Für Kundendaten geeignet | nein | wenn das Unternehmen es freigibt |
Tarifnamen und Voreinstellungen ändern sich häufig. Maßgeblich sind die aktuellen Bedingungen Deines Anbieters und der Vertrag Deines Unternehmens.
3 Schatten-KI
Von Schatten-KI spricht man, wenn Beschäftigte KI-Werkzeuge nutzen, die das Unternehmen nicht kennt oder nicht freigegeben hat: das private ChatGPT-Konto am Dienstrechner, eine Übersetzungs-App auf dem Handy, eine Browser-Erweiterung, die „Mails zusammenfasst“.
4 Übung: Finde die Einstellungen in Deinem Werkzeug
Deine Handlung: Öffne den KI-Assistenten, den Du nutzt, und suche die folgenden Punkte. Sie heißen je nach Anbieter etwas anders, meist findest Du sie unter Einstellungen → Datenkontrollen, Datenschutz oder Aktivitäten. Erwartetes Ergebnis: Du weißt für jeden Punkt, wie er bei Dir eingestellt ist.
Deine Fundstellen
✓ Geschafft, wenn Du …
Stand: September 2026. Menüs und Tarife der Anbieter ändern sich oft.
Was schon passiert ist
Fünf öffentlich belegte Fälle. Keiner davon brauchte besondere Technikkenntnisse, und in jedem hätte eine einfache Regel geholfen.

- Was passiert ist
- Kurz nachdem Samsung seiner Halbleitersparte ChatGPT erlaubt hatte, fügten Beschäftigte innerhalb weniger Wochen mehrfach vertrauliche Inhalte ein: Quellcode, interne Testabläufe und das Protokoll einer Besprechung. Im Mai 2023 verbot Samsung die Nutzung öffentlicher KI-Dienste auf Firmengeräten.
- Was schieflief
- Geschäftsgeheimnisse landeten bei einem externen Anbieter, dessen Gratis-Bedingungen damals das Training mit Eingaben erlaubten. Klare Regeln und ein freigegebenes Werkzeug fehlten.
- Was geschützt hätte
- Das Ampel-Schema (Stufe 2): Quellcode und Protokolle sind Rot. Dazu ein Firmenwerkzeug mit Vertrag, bevor die Nutzung erlaubt wird.
- Was passiert ist
- Anwälte in New York reichten einen Schriftsatz ein, der sich auf sechs Gerichtsentscheidungen stützte. Keine davon existierte, ChatGPT hatte sie erfunden. Auf Nachfrage hatte das Programm die Fälle sogar als echt bestätigt. Das Gericht verhängte im Juni 2023 eine Geldbuße von 5.000 US-Dollar.
- Was schieflief
- Eine KI-Ausgabe wurde ungeprüft als Fachquelle verwendet. Die „Prüfung“ bestand darin, dieselbe KI zu fragen.
- Was geschützt hätte
- Stufe 1: Quellen außerhalb des Chats prüfen, in einer echten Datenbank.
- Was passiert ist
- Der Chatbot auf der Website von Air Canada erklärte einem Kunden, er könne einen Trauerfall-Rabatt nachträglich beantragen. Das stimmte nicht. Air Canada argumentierte, der Chatbot sei für seine Aussagen selbst verantwortlich. Das zuständige Schiedsgericht in British Columbia sah das anders und sprach dem Kunden rund 812 kanadische Dollar zu.
- Was schieflief
- Ein KI-System gab Kunden verbindlich klingende Auskünfte, ohne dass jemand diese Antworten kontrollierte.
- Was geschützt hätte
- Stufe 6: Was nach außen geht, verantwortet das Unternehmen. Verbindliche Zusagen gehören nicht in ungeprüfte KI-Antworten.
- Was passiert ist
- Ein Mitarbeiter des Ingenieurbüros Arup in Hongkong bekam eine Mail vom angeblichen Finanzchef über eine „vertrauliche Transaktion“. Er war misstrauisch. Dann folgte eine Videokonferenz mit dem Finanzchef und mehreren Kollegen. Alle Teilnehmer waren mit KI gefälscht. Der Mitarbeiter überwies in 15 Buchungen rund 200 Millionen Hongkong-Dollar, etwa 25 Millionen US-Dollar.
- Was schieflief
- Das Video beseitigte das berechtigte Misstrauen. Für große Zahlungen gab es keine Bestätigung über einen zweiten, unabhängigen Weg.
- Was geschützt hätte
- Stufe 5: Rückruf über eine bekannte Nummer, Vier-Augen-Prinzip bei Zahlungen, und das Wissen, dass auch Videos gefälscht sein können.
- Was passiert ist
- Sicherheitsforscher zeigten, dass eine einzige präparierte E-Mail genügte, damit Microsoft 365 Copilot interne Daten an einen fremden Server schicken konnte, ohne dass die Nutzerin etwas anklicken musste. Die Anweisungen dafür standen versteckt in der Mail. Microsoft schloss die Lücke im Juni 2025 und fand keine Hinweise auf echte Angriffe.
- Was schieflief
- Ein KI-Assistent mit Zugriff auf Postfach und Dateien konnte Texte von außen nicht sicher von Anweisungen unterscheiden. Das nennt man Prompt Injection.
- Was geschützt hätte
- Hier musste vor allem der Hersteller nachbessern. Für Dich bleibt die Lehre aus Stufe 5: Je mehr eine KI lesen und tun darf, desto mehr kann eine fremde Anweisung anrichten.
! Das Muster dahinter
✓ Geschafft, wenn Du …
Alle Fälle sind öffentlich dokumentiert. Die Beträge stammen aus den verlinkten Quellen.
Betrug mit KI erkennen
Angreifer nutzen dieselben Werkzeuge wie Du. Stimmen, Gesichter und fehlerfreie Mails sind kein Echtheitsbeweis mehr. Was bleibt, sind Abläufe, die sich nicht fälschen lassen.

1 Was sich geändert hat
2 Drei Gewohnheiten, die jede Fälschung schlagen
- Rückruf-Regel: Bei ungewöhnlichen Bitten um Geld, Daten oder Zugänge legst Du auf und rufst über eine Nummer zurück, die Du selbst kennst: Telefonliste, Intranet, Signatur einer alten Mail. Nie über die Nummer oder den Link aus der Nachricht.
- Zweiter Kanal: Kommt die Bitte per Mail, bestätigst Du per Telefon. Kommt sie per Anruf, bestätigst Du per Chat im Firmensystem. Ein Angreifer beherrscht selten beide Wege gleichzeitig.
- Vier Augen bei Geld: Zahlungen über einer festgelegten Grenze und neue Kontoverbindungen gibt immer eine zweite Person frei. Auch wenn „der Chef“ drängt.
3 Übung: Der Anruf am Freitagnachmittag
- Was passiert ist
- Im Juli 2024 bekam ein Manager von Ferrari WhatsApp-Nachrichten und dann einen Anruf, angeblich von Konzernchef Benedetto Vigna, mit täuschend echter Stimme samt süditalienischem Akzent. Es ging um eine vertrauliche Übernahme und ein dringendes Devisengeschäft.
- Was ihn rettete
- Die Stimme klang an manchen Stellen leicht mechanisch. Der Manager fragte, welches Buch Vigna ihm wenige Tage zuvor empfohlen hatte. Der Anrufer legte sofort auf.
- Die Lehre
- Die Kontrollfrage funktionierte, weil die Antwort nirgends öffentlich stand. Das war auch Glück. Verlässlicher ist ein Ablauf, der ohne solche Einfälle auskommt: Rückruf und zweite Freigabe.
4 Übung: Die Mail mit der neuen Bankverbindung
Ausgangslage: Nordwerk bezieht Flansche von der Hartmann Stahl GmbH. Deren Mails kamen bisher immer von Adressen mit der Endung @hartmann-stahl.de. Heute liegt diese Mail in Lenas Postfach, fehlerfrei formuliert und mit echter Auftragsnummer. Deine Handlung: Klicke alle Stellen an, die Dich misstrauisch machen, dann „Auswerten“. Erwartetes Ergebnis: Du siehst, welche Warnzeichen Du gefunden, übersehen oder zu Unrecht markiert hast.
5 Versteckte Anweisungen in Dokumenten
KI-Assistenten lesen immer öfter Mails, Webseiten und Dateien für Dich. Darin können Anweisungen versteckt sein, die Du nicht siehst, das Modell aber liest und womöglich befolgt. Das heißt Prompt Injection.
Ausgangslage: Lena lässt die KI eine Bewerbung zusammenfassen. Deine Handlung: Lies das Dokument, dann blende den versteckten Text ein. Erwartetes Ergebnis: Du siehst, was der KI zusätzlich untergejubelt wird.
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen. Ich bringe fünf Jahre Erfahrung in der Wartung von CNC-Maschinen mit …
Mit freundlichen Grüßen
M. Beispiel
✓ Geschafft, wenn Du …
Ergebnisse verantwortlich nutzen
Die KI schreibt den Entwurf. Unterschreiben tust Du. Was das für Prüfung, Kennzeichnung, Urheberrecht und Fairness bedeutet.

1 Du bleibst verantwortlich
Rechtlich und fachlich zählt, was Du oder Dein Unternehmen verschickt, veröffentlicht oder entscheidet. „Das hat die KI geschrieben“ entlastet niemanden, wie der Fall Air Canada zeigt.
- Lesen, bevor es rausgeht: jeden Satz, nicht nur überfliegen.
- Fakten prüfen: Zahlen, Namen, Termine, Zusagen, Rechtliches (Stufe 1).
- Vier Augen bei Außenwirkung: Verträge, Angebote, Pressetexte, Auskünfte mit rechtlicher Bedeutung.
2 Wann Du kennzeichnen musst
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten der europäischen KI-Verordnung (Art. 50). Für Unternehmen, die KI nutzen, sind vor allem zwei Punkte wichtig:
- Wer mit KI Bilder, Audio oder Videos erzeugt, die echte Personen, Orte oder Ereignisse täuschend echt darstellen, muss offenlegen, dass sie künstlich sind.
- Bei erkennbar künstlerischen oder satirischen Werken reicht ein Hinweis, der den Genuss nicht stört.
- KI-Texte, die die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren sollen, sind zu kennzeichnen.
- Ausnahme: Ein Mensch hat sie redaktionell geprüft und jemand trägt die redaktionelle Verantwortung.
3 Urheberrecht in drei Sätzen
- Was Du hineingibst: Fremde Texte, Bilder oder Logos ohne Erlaubnis zu verarbeiten und das Ergebnis zu verwenden, kann Rechte Dritter verletzen.
- Was herauskommt: Reine KI-Erzeugnisse sind nach deutschem Recht in der Regel nicht urheberrechtlich geschützt, weil keine menschliche Schöpfung dahintersteht. Andere dürfen sie dann meist ebenfalls nutzen.
- Was ähnlich aussieht: Ein KI-Bild „im Stil von“ oder mit bekannten Figuren kann trotzdem fremde Rechte berühren. Für Werbung und Veröffentlichungen gilt: im Zweifel vorher klären.
4 Verzerrungen erkennen
Modelle übernehmen Muster aus ihren Trainingsdaten, auch Vorurteile. Das fällt selten auf, weil die Antworten sachlich klingen.
✓ Geschafft, wenn Du …
Rechtsstand: KI-Verordnung (EU) 2024/1689 in der Fassung der Änderungsverordnung (EU) 2026/1744, September 2026. Keine Rechtsberatung.
Regeln im Alltag
Alles aus den Stufen 1 bis 6 in zehn Regeln. Dazu, was Du tust, wenn doch etwas passiert ist, und Deine persönliche Merkkarte.

1 Zehn Regeln
- Ich nutze für die Arbeit nur KI-Werkzeuge, die mein Unternehmen freigegeben hat.
- Vor jeder Eingabe frage ich mich: Grün, Gelb oder Rot?
- Passwörter und Zugangsdaten gebe ich nie ein.
- Personen- und Kundendaten anonymisiere ich, wenn das Werkzeug nicht dafür freigegeben ist.
- Fakten, Zahlen, Quellen und Rechtliches prüfe ich außerhalb des Chats.
- Was nach außen geht, lese ich vollständig und verantworte ich selbst.
- Täuschend echte KI-Bilder, -Stimmen und -Videos kennzeichne ich.
- Bei Bitten um Geld, Daten oder Zugänge rufe ich über eine bekannte Nummer zurück.
- KI-Assistenten, die für mich handeln können, lasse ich vor jeder Aktion nachfragen.
- Wenn etwas schiefgeht, melde ich es sofort. Ohne Scham.
2 Wenn doch etwas passiert ist
Du hast versehentlich Kundendaten in ein Gratiskonto kopiert? Auf eine gefälschte Nachricht reagiert? Dann zählt Tempo, nicht Schuld.
- Stoppen: keine weiteren Eingaben, keine Zahlungen, keine Antworten an den Absender.
- Sichern: Screenshot oder Notiz: was, wann, welches Werkzeug, welche Daten.
- Melden: sofort an Vorgesetzte, IT oder Datenschutzbeauftragte. Bei Datenpannen hat das Unternehmen nach DSGVO in der Regel nur 72 Stunden, um die Aufsichtsbehörde zu informieren.
- Nicht selbst aufräumen: Chat löschen ist gut, reicht aber nicht. Ob mehr nötig ist, entscheiden die Zuständigen.
3 Übung: Deine Merkkarte
Deine Handlung: Fülle die Felder für Dein eigenes Unternehmen aus. Was Du nicht weißt, erfragst Du bei Vorgesetzten oder IT. Das ist Teil der Übung. Erwartetes Ergebnis: Eine kurze Karte zum Kopieren, etwa in Deine Notizen oder ans Monitor-Post-it.
Die Eingaben bleiben nur in Deinem Browser gespeichert.
✓ Geschafft, wenn Du …
KI im Unternehmen einführen
Für alle, die KI im Team erlauben, auswählen oder regeln. Was Ihr müsst, was Ihr solltet und wie eine Richtlinie auf eine Seite passt.

1 Was die KI-Verordnung von Euch verlangt
Die meisten Unternehmen sind nach der KI-Verordnung Betreiber: Sie setzen KI-Systeme ein, die andere entwickelt haben. Für sie sind drei Punkte wichtig.
| Pflicht | Seit / ab | Was das praktisch heißt |
|---|---|---|
| KI-Kompetenz (Art. 4) | seit 02.02.2025, geändert zum 27.07.2026 | Maßnahmen ergreifen, die die KI-Kompetenz der Beschäftigten fördern, passend zu Vorwissen und Einsatzzweck. Seit der Änderung verlangt das Gesetz kein bestimmtes Kompetenzniveau mehr, wohl aber nachvollziehbare Maßnahmen. Schulungen und Richtlinie dokumentieren. |
| Transparenz (Art. 50) | seit 02.08.2026 | Deepfakes und bestimmte öffentliche Texte kennzeichnen, Chatbots als KI erkennbar machen (Stufe 6). |
| Hochrisiko-Systeme (Art. 26) | ab 02.12.2027 | Nur wenn Ihr KI etwa in der Personalauswahl, Leistungsbewertung oder Kreditprüfung einsetzt: Aufsicht durch Menschen, Protokolle, Information der Betroffenen. Früh planen. |
2 Datenschutz und Mitbestimmung
- Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO): Bevor personenbezogene Daten in ein KI-Werkzeug dürfen, braucht es einen AVV mit dem Anbieter und eine Rechtsgrundlage für die Verarbeitung.
- Drittland: Bei Anbietern außerhalb der EU prüfen, auf welcher Grundlage Daten übermittelt werden (z. B. EU-US Data Privacy Framework oder Standardvertragsklauseln).
- Folgenabschätzung (Art. 35 DSGVO): Bei Verarbeitungen mit hohem Risiko für Betroffene vorab durchführen. Die Datenschutzbeauftragten entscheiden mit, ob sie nötig ist.
- Betriebsrat: Werkzeuge, die Verhalten oder Leistung von Beschäftigten überwachen können, sind mitbestimmungspflichtig (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG). Bei der Planung von KI ist er zu unterrichten (§ 90 BetrVG). Früh einbinden spart Monate.
3 Ein Werkzeug auswählen
Prüfliste für die Werkzeugwahl
4 Einführung in vier Wochen
- Woche 1, Bestand: Wer nutzt was wofür? Anonym fragen, nicht anklagen.
- Woche 2, Werkzeug: Mit Prüfliste auswählen, AVV schließen, Datenschutz und Betriebsrat einbinden. Greift das Werkzeug auf Eure Dateien zu, vorher Ordnerfreigaben aufräumen.
- Woche 3, Regeln: Richtlinie auf einer Seite (Vorlage unten), Freigabeweg für neue Werkzeuge, Meldeweg für Vorfälle.
- Woche 4, Schulung: Alle Beschäftigten schulen, zum Beispiel mit diesem Kurs, Teilnahme dokumentieren. Zahlungsfreigaben und Rückruf-Regel ausdrücklich bestätigen.
5 Vorlage: KI-Richtlinie auf einer Seite
Deine Handlung: Kopiere die Vorlage und passe die Stellen in eckigen Klammern an. Lass sie von Datenschutz, Betriebsrat und gegebenenfalls Rechtsberatung prüfen, bevor sie gilt.
6 Kurzquiz für Führungskräfte
Vier Entscheidungen aus der Einführung von KI. Ab 3 richtigen Antworten steht die Vertiefung für Führungskräfte zusätzlich auf Deiner Teilnahmebestätigung.
✓ Geschafft, wenn Du …
Rechtsstand: KI-Verordnung (EU) 2024/1689, geändert durch (EU) 2026/1744 (in Kraft seit 27.07.2026); DSGVO; BetrVG. Stand September 2026, keine Rechtsberatung.
Quiz
10 Situationen aus dem Arbeitsalltag und den echten Fällen. Ab 8 richtigen Antworten und mit besuchten Stufen 1 bis 7 schaltest Du Deine Teilnahmebestätigung frei. Die Antworten erscheinen bei jedem Durchgang in neuer Reihenfolge.
Deine Teilnahmebestätigung
Trage Deinen Namen ein und drucke die Bestätigung oder speichere sie als PDF.